»Lottas Lieblingsessen« von Edith Gätjen, Rezension

Lottas Lieblingsessen von Edith Gätjen
Lottas Lieblingsessen von Edith Gätjen

Lottas Lieblingsessen ist ein Kochbuch für Familien mit jungen Kindern.

Die Rezepte sind einfach nachzukochen, gesund, lecker und an den Geschmack von Kindergaumen angepasst – sprich nicht zu süß und nicht zu würzig.

Besonders gefallen mir der theoretische Teil und die zahlreichen Tipps für den Familienalltag. Edith Gätjen ist nämlich nicht nur Lottas Großmutter. Sie ist auch Ökotrophologin, systematische Familientherapeutin und Dozentin beim UGB, dem Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung. Und damit hat sie einen sehr umfassenden und, wie ich finde, liebevollen Blick aufs Thema gesunde Ernährung für Kinder. Vor allem Eltern, die mehr über gesundes Essen nach der Breizeit (Beikostzeit) erfahren möchten, kommen hier auf ihre Kosten. Und alle, die sich fragen, wie sie gesundes, leckeres Essen in ihren Familienalltag integrieren können. Was kann ich tun, wenn es mal wieder heißt: „Ich mag kein Gemüse!“? Wie viel können auch kleinere Kinder schon in der Küche mithelfen und wie bekommt man sie dazu? Wie viel sollte mein Kind essen und was genau?

Die Rezepte sind gut erklärt, die Tätigkeiten, die auch kleinere Kinder übernehmen können, sind jeweils gefettet. Wer beim Kochen mithilft, isst später gern mit, heißt die Devise. Mein Assistent hatte nicht immer Lust zu helfen, aber das ist sicher eine Fragen der Routine und vielleicht des Alters (6 Jahre). Muss ja auch nicht immer sein …

Da ich eher der visuelle Typ bin, hätte ich mir mehr Bilder im Rezeptteil gewünscht. Zudem habe ich einen schnelleren Überblick über noch fehlende Zutaten, wenn jede Zutat eine Zeile erhält. Aber das sind Kleinigkeiten – ansonsten alles prima!

Nachgekocht habe ich folgende Rezepte:

Spaghetti mit Tomatensauce

Unser Einstieg ins Testkochen. Und was für einer! Wir haben „Spaghetti mit Tomatensacse“ gleich in unser Lieblings-Rezepte-Buch aufgenommen, weil es Sohnemann so gut geschmeckt hat. Die Datteln geben der Sauce eine tolle Süße und die Idee, die Zwiebel in Öl und Wasser zu dünsten, ist einfach und genial. Denn sie löst unser Problem: „Sind das Zwiebeln? Die mag ich nicht!“, da sie jetzt einfach nicht mehr entdeckt werden. Ende Gelände.

Rote-Linsen-Suppe (für Rezept klicken)

Die Suppe ist sehr lecker, wenn auch für eine »echte Sommersuppe«, als die sie angekündigt wird, etwas zu schwer. Sie hat mich dennoch wirklich begeistert, weil sie allen geschmeckt hat. Auch meinem Sohnemann, der alle anderen Linsengerichte bislang verschmäht. Und ich liebe rote Linsen! Für einen Tick mehr Farbe habe ich Kurkumapulver untergemischt, was gut mit dem Kreuzkümmel harmoniert. Im Rezept hat sich übrigens ein kleiner Fehler eingeschlichen. Statt der „2 EL Oliven“ verwendet mal besser „2 EL Olivenöl“. 😉

Möhren-Apfel-Salat mit Hüttenkäse

Wir haben den Möhren-Apfel-Salat mit den schnellen Quarkbrötchen gegessen, lecker! Da ich gerne etwas würziger esse, habe ich die Salatsoße einfach großzügig ergänzt, dann war alles rund.

Schnelle Quarkbrötchen

Die Quarkbrötchen sind super-easy. Beim Fenchel hatte ich im Vorfeld so meine Bedenken, aber völlig unbegründet. Ich habe gemörserte Fenchelsamen verwendet und war begeistert. Sohnemann auch!

Muffins Natur

Ja, die Naturmuffins. Fand ich beim ersten Versuch – Version ohne Ergänzungen – nicht wirklich gelungen. Mit irgend einer Geschmackskomponente kann ich mich nicht anfreunden. Natron? Rapsöl in Muffins? Ich weiß es nicht. Beim zweiten Versuch habe ich Salami und richtig guten, würzigen französischen Hartkäse beigegeben. Es wurde dadurch besser, aber nach wie vor: Nicht mein Favorit.

Himbeer-Röllchen (für Rezept klicken)

Sehen hübsch aus und schmecken fein fruchtig. Ich werde sie beim nächsten Mal mit mehr Himbeeren und weniger getrockneten Apfelringen probieren. 125 g Apfelringe klein zu schneiden ist aufwendig. Und meine Küchenmaschine macht das auch nicht so richtig gut. Daher hat das Ganze bei mir doch deutlich länger gedauert als angegeben. Etwas stressig wurde es beim Testbacken, weil die 30 Minuten Einweichzeit für die Apfelringe nicht bei der Zeitangabe eingerechnet waren. Aber die Gäste waren geduldig und am Ende glücklich satt! Dazu gabs den Himbeer-Lassi, eine gute Kombination.

Himbeer-Lassi

Der Himbeer-Lassi kam bei den Gästen gut an. Sohnemann und ich hätten uns mehr Süße und Cremigkeit gewünscht, ich arbeite noch an „unserem“ Rezept. Mehr Himbeeren, Joghurt und Honig, weniger Mineralwasser?

Warmes Haferfrühstück

Feines, gesundes Frühstück, das den Magen wärmt und ohne Zucker fruchtig süß schmeckt. Kommt sicher wieder auf den Tisch, sobald es wieder etwas kühler wird.

Fazit: Die Rezepte sind lecker, gesund, einfach und absolut familientauglich. Vor allem für Familien mit jüngeren Kindern sind sie ideal. Ich habe an einigen Stellen etwas mehr Geschmackskomponenten beigegeben. Das ist aber Typsache. Wir mögen es gerne, wenn es süß, würzig oder „nicht zu gesund“ schmeckt. „Lottas Lieblingsessen“ ist eine tolle Anregung für alle Eltern und zeigt gut auf, wie man mit wenig Aufwand gesund kochen kann!

Lottas Lieblingsessen. Über 110 Rezepte, die wirklich schmecken. Von Edith Gätjen.

Erschienen 2014 im Trias Verlag

136 Seiten für 14,99 Euro

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