Oma Gretes Zwetschgenknödel

Zwetschgenknödel à la Grete
Zwetschgenknödel à la Grete, Rezept weiter unten!

Zwetschgenknödel sind in unserer Familie ein heiß geliebter Festtagsschmaus. Die Zubereitung dauert ein wenig, das stimmt. Daher verbinde ich dieses Essen auch mit meiner Oma, Oma Grete. Als meine Schwester und ich noch Kinder waren, hat unsere Oma oft mittags für uns gekocht. Auch wenn wir uns sonst selten einig waren: Wenn wir uns zum Mittagessen etwas wünschen durften, hieß es einhellig: „Oma, bitte: Zwetschgenknödel!“

Ihr seht also, der Aufwand lohnt sich! Und trotzdem: Ich habe mich lange Zeit nicht an dieses Rezept herangewagt. Dabei habe ich meiner Oma viele Male über die Schulter gesehen und beim Knödelrollen assistiert. Doch das, was meine Oma als Rezept notiert hat, ist äußerst kurz:

Zwetschgen-Knödel.

Geschälte und gekochte Kartoffeln werden durch eine Presse gepresst, dann mit Mehl, 2 Eiern und etwas Fett und Salz zu einem Teig verarbeitet. Der ausgewalkte Teig wir in 4ecke geschnitten, in die die Pflaumen gewickelt werden. Die Knödel werden in Salzwasser gekocht und dann in geröstete Semmelbrösel gewickelt. Mit Zimt und Zucker bestreut werden sie gegessen.

So weit, so gut. Doch ich bin keine Profiköchen und mag es genauer. Vor allem, da ich die gern erzählte Geschichte vom ersten Versuch meiner Mutter kenne, dieses Rezept nachzukochen. Die Kurzfassung: Auch wenn die Gäste beteuerten, dass es fürs erste Mal „gar nicht so schlecht“ sei, wurden die feinen Knödel am Ende an die Hühner verfüttert.

Ein solches Fiasko wollte ich vermeiden. Darum habe ich meine ersten Zwetschgenknödel unter fachkundiger Anleitung gekocht. Alles haarklein notiert, aus den Fehlern gelernt. Anschließend weiter probiert, wieder festgehalten. Und so weiter. Und gestern war es dann so weit: Die Zwetschgenknödel haben den Testessern geschmeckt und ich war zufrieden. Und wenn man alle Zutaten und Arbeitsschritte genau kennt, ist es kein Hexenwerk!

Hier also das Rezept von Oma Gretes Zwetschgenknödeln:

Zutaten

Für die Knödel:

800 g mehlig kochende Kartoffeln

ca. 20 Zwetschgen (oder Pflaumen)

2 Eier

50 g weiche Butter

1 TL Salz

255 g Weizenmehl

Für die Semmelbrösel:

4 EL Olivenöl

150 g Semmelbrösel

3 Prisen Salz

Als Beilage:

Eine Mischung aus Zimt und Zucker

und/oder Marmelade

Zubereitung

Die Kartoffeln in Salzwasser kochen, bis die Schale leicht aufplatzt. Danach abseien, noch heiß schälen und durch eine Kartoffelpresse auf die Arbeitsplatte pressen. Anschließend die Kartoffelmasse ausbreiten und auskühlen lassen. Aus den ausgekühlten Kartoffeln einen kleinen Haufen bilden, mit einem Löffel eine Mulde eindrücken. Eier, Butter, Salz und einen Teil des Mehls in die Mulde geben und verkneten. Nach und nach das restliche Mehl dazugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Dabei nur so viel Mehl einarbeiten, bis der Teig nicht mehr klebt.

Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche etwa 5 bis 7 mm dick ausrollen. Mit einem Messer oder Pizzaschneider kleine Quadrate scheiden, in etwa 7 x 7 cm. Die Größe der Quadrate hängt von der Größe der einzupackenden Zwetschgen ab. Auf jedes Quadrat eine Zwetschge geben. Zwischen den bemehlten Händen jeweils zu einem geschlossenen Knödel formen. Dabei ist es wichtig, die Hülle gut zu schließen, damit die Knödel beim Kochen heil bleiben. Einen kleinen Teil des Knödelteiges zu fingerdicken Röllchen – „Wuzzerel“ – formen.

Knödel und Wuzzerel
Knödel und Wuzzerel

Knödel und Wuzzerel in einen großen Topf mit kochendem Salzwasser legen und bei reduzierter Hitze (das Wasser sollte leicht sieden) ca. 12 Minuten garen. Je nach Topfgröße muss in zwei Portionen gegart werden. Während die Knödel garen, immer wieder leicht am Topf rütteln, damit sich die Knödel gut vom Topfboden lösen können.

In der Zwischenzeit das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen (nicht zu heiß!), Semmelbrösel und Salz beigeben und unter ständigem Rühren anbräunen. Wenn die Semmelbrösel die erste Bräune zeigen, die Hitze gut reduzieren.

Die fertigen Knödel mit einem Schaumlöffel aus dem Topf nehmen und abtropfen lassen.

Knödel und Wuzzerel mit Semmelbröseln, Zimt und Zucker sowie Marmelade servieren. Wir mögen am liebsten Zwetschgen- oder Aprikosenmarmelade dazu.

Ich wünsche GUTES GELINGEN und BON APPETIT!

Herzlichst, eure Emmy.

2 Gedanken zu „Oma Gretes Zwetschgenknödel“

  1. Ich habe die Zwetschenknödel nachgekocht und bin begeistert, sie schmecken sehr lecker. Und anhand der genauen Angaben, ein Kinderspiel.

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